IH(H)T bei Fatigue und mitochondrialer Dysfunktion – Erfahung nach fünf Jahren Praxis

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Inzwischen wissen es die Meisten: Fatigue ist mehr als normale Müdigkeit. Menschen mit mitochondrialer Dysfunktion erleben häufig eine tiefgreifende Erschöpfung, reduzierte Belastbarkeit und das Gefühl, dass die verfügbare Energie nicht ausreicht, um den Alltag wie gewohnt zu bewältigen.

Ein Therapieansatz, mit dem ich seit inzwischen fünfier Jahren intensiv arbeite, ist die Intervallhypoxie-Hyperoxie-Therapie (IH(H)T).

In dieser Zeit durfte ich zahlreiche Menschen begleiten und dabei mit Freude viele positive Entwicklungen beobachten. Patienten berichten unter anderem von mehr Energie, verbesserter Belastbarkeit und einer größeren Lebensqualität. Besonders schön ist es, wenn Menschen nach langer Zeit wieder Aktivitäten aufnehmen können, die vorher kaum oder gar nicht mehr möglich waren.

Was ist IH(H)(T?

Bei der Intervallhypoxie-Hyperoxie-Therapie wechseln sich kontrollierte Phasen mit reduziertem Sauerstoffangebot mit Phasen höherer Sauerstoffkonzentration ab.

Der Körper wird dabei einem gezielt dosierten Sauerstoffreiz ausgesetzt.

Das Entscheidende ist nicht, möglichst lange mit wenig Sauerstoff zu arbeiten. Vielmehr geht es um einen kontrollierten Wechsel zwischen unterschiedlichen Sauerstoffbedingungen.

Dieser Reiz kann körpereigene Anpassungsmechanismen stimulieren, die unter anderem mit der Sauerstoffwahrnehmung, der Durchblutung und dem zellulären Energiestoffwechsel verbunden sind.

Warum ist IH(H)T bei mitochondrialer Dysfunktion interessant?

Mitochondrien sind die Kraftwerke unserer Zellen. Sie wandeln Nährstoffe und Sauerstoff in die Energieform ATP um, die unser Körper für nahezu alle Prozesse benötigt.

Sind die Mitochondrien in ihrer Funktion beeinträchtigt, kann die Energiebereitstellung eingeschränkt sein. Das kann sich beispielsweise durch Fatigue, Muskelschwäche, reduzierte körperliche Belastbarkeit oder kognitive Erschöpfung bemerkbar machen.

Genau hier setzt die Überlegung hinter IHHT an:

Der Körper soll nicht einfach mit Energie „versorgt“ werden. Er bekommt einen gezielten Reiz, auf den er mit Anpassungsprozessen reagieren kann.

Hypoxische Reize können unter anderem Signalwege beeinflussen, die für die Anpassung an eine veränderte Sauerstoffverfügbarkeit relevant sind. Dazu gehören beispielsweise HIF-vermittelte Prozesse, Veränderungen der Gefäßregulation und Anpassungen des mitochondrialen Stoffwechsels.

Meine Erfahrung mit IH(H)T

Ich arbeite seit rund vier Jahren mit IHHT und habe in dieser Zeit sehr viele Patienten begleitet.

Was mich dabei besonders freut, sind die zahlreichen positiven Entwicklungen, die ich im Verlauf der Behandlung beobachten darf.

Natürlich entwickelt sich jeder Mensch anders. Eine mitochondriale Dysfunktion kann in unterschiedlicher Ausprägung und in unterschiedlichen Stadien vorliegen. Auch die individuellen Ressourcen, die Belastbarkeit und die Regenerationsfähigkeit unterscheiden sich erheblich.

Deshalb steht bei IHHT für mich nicht ein standardisiertes Schema im Mittelpunkt, sondern die individuelle Anpassung.

Die Reize müssen zum jeweiligen Menschen passen.

Engmaschige Begleitung ist entscheidend

Gerade bei ausgeprägter Fatigue halte ich eine engmaschige Begleitung für besonders wichtig.

IHHT sollte nicht losgelöst vom gesamten Stoffwechsel betrachtet werden. Wenn der Körper Anpassungsprozesse durchführen soll, müssen ihm auch die notwendigen Voraussetzungen zur Verfügung stehen.

Deshalb berücksichtige ich unter anderem:

  • die individuelle Belastbarkeit

  • die Reaktion auf die Hypoxie

  • Sauerstoffsättigung und Herzfrequenz

  • Regenerationsfähigkeit

  • Ernährung und Energiezufuhr

  • relevante Mikronährstoffe

  • mitochondriale Cofaktoren

  • den Verlauf der Fatigue

Je nach individueller Situation kann eine gezielte Supplementierung sinnvoll sein, beispielsweise mit Coenzym Q10, Riboflavin, Creatin, B12 oder weiteren individuell ausgewählten Nährstoffen.

IHHT ist für mich deshalb kein isoliertes Verfahren, sondern ein gezielt eingesetzter Baustein innerhalb einer individuellen mitochondrialen Therapie.

Jeder Körper reagiert anders

Ein wichtiger Grundsatz meiner Arbeit lautet:

Es gibt nicht das eine IHHT-Protokoll, das für jeden Menschen gleichermaßen geeignet ist.

Der Körper eines Menschen mit leichter mitochondrialer Dysfunktion reagiert möglicherweise völlig anders als der eines Menschen mit deutlich eingeschränkter Energieproduktion.

Auch Alter, Trainingszustand, Ernährung, Schlaf, Stress, Begleiterkrankungen und die individuelle mitochondriale Situation spielen eine Rolle.

Deshalb beobachte ich die Reaktion auf die Behandlung genau und passe die weitere Vorgehensweise entsprechend an.

Das Ziel: Anpassung statt Überforderung

Bei Fatigue geht es nicht darum, den Körper möglichst stark zu fordern.

Im Gegenteil: Gerade Menschen mit eingeschränkter Belastbarkeit brauchen einen kontrollierten und individuell dosierten Reiz.

Das Ziel der IHHT ist deshalb nicht die maximale Belastung, sondern eine sinnvolle Stimulation der körpereigenen Anpassungsfähigkeit.

Der richtige Reiz zur richtigen Zeit – und ausreichend Regeneration dazwischen.

Was ich in meiner täglichen Arbeit besonders schätze

Nach vier Jahren IHHT ist es für mich besonders bereichernd zu sehen, wie unterschiedlich Menschen auf die Behandlung reagieren können.

Manchmal sind Veränderungen zunächst klein: etwas mehr Belastbarkeit, eine bessere Erholung oder mehr Energie für alltägliche Dinge.

Und manchmal entwickeln sich daraus im weiteren Verlauf deutlich größere Veränderungen.

Genau diese Entwicklungen machen für mich die Arbeit mit IHHT so spannend.

Denn hinter jeder Fatigue steht ein Mensch, der wieder mehr am eigenen Leben teilnehmen möchte.

IH(H)T kann dabei ein wichtiger Baustein sein, um den Körper gezielt bei seinen Anpassungsprozessen zu unterstützen.

Der Weg ist individuell – aber die Erfahrung, dass positive Veränderungen möglich sind, ist für mich nach vier Jahren IHHT ein wesentlicher Teil meiner täglichen Arbeit.

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